Das Lesen von Büchern verliert an Bedeutung

Die aktuelle Käuferstudie des Börsenvereins des deutschen Buchhandels belegt einen deutlichen Rückgang der Buchkäuferzahlen: 2007 waren es 33,6 Mio Käufer. Es folgte ein kontinuierlicher Anstieg auf 36,9 Mio im Jahr 2012 und danach wieder eine stetige Schrumpfung. 2017 waren es nur noch 29,6 Millionen Käufer, Hörbücher und E-Books eingeschlossen. Als Ursachen für den Rückgang werden genannt:
• Zeitknappheit durch ein wachsendes Angebot an Freizeitaktivitäten,
• Aufmerksamkeitsdefizit durch die Flut an Informationen bzw. Content auf vielerlei Kanälen,
• Teufelskreis digitaler Medien; Gefühl der Abhängigkeit, des Sich-nicht-losreißen-Könnens,
• Wertewandel: Die Digitale Welt verlangt Produktivität und Multitasking; die Fähigkeit, sich auf eine Sache zu konzentrieren, schwindet.

Außerdem ist die tägliche Internetnutzung bei den 30- bis 39-Jährigen um 35 Minuten auf 183 Minuten und bei den 14- bis 29-Jährigen auf 274 Minuten (plus 29 Minuten) gegenüber dem Vorjahr angewachsen. Mehr als 4,5 Stunden durchschnittlich verbringen also Jugendliche und junge Erwachsene täglich im Internet. Auch bei Älteren macht sich die Veränderung bemerkbar: Wer früher vor dem Einschlafen noch in einem Buch gelesen hat, nutzt jetzt Laptop oder das Smartphone.

Die Rolle der Bücher übernehmen häufiger Streamingportale, die scheinbar Vorteile gegenüber dem Buch bieten, wie
Convenience: Weil die Serien kurz sind, lassen sie sich nebenbei konsumieren
Gruppenerlebnis: Die Serien eignen sich zur gemeinsamen Entspannung, man kann sich über die Storys austauschen
Verfügbarkeit: Ein breites Angebot und günstige Flatratmodelle locken und binden Zeit, die beim Buchlesen fehlt
Zugehörigkeit: Die Serien – und sind sie noch so schlecht – sind gesellschaftsfähig geworden. Wenn man mitschaut, gehört man dazu.

Dem Buch ist auch ein neuer Trend abträglich, dem "Komaglotzen", bei dem ganze Staffeln einer Serie in einem Zug geschaut werden. Da bleibt keine Zeit mehr für ein Buch.

Vielleicht ist Lesen eines Tages überhaupt nicht mehr wichtig und wird aus dem Lehrplan genommen.

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