DuMont trennt sich von seinem Zeitungsgeschäft

Sinkendes Anzeigengeschäft, weniger Abonnenten sorgten in der Vergangenheit für den Abbau von Stellen in den Zeitungsverlagen. Hier im Rheinland entstand die "Rheinische Redaktionsgemeinschaft" als Pool für die Redakteure. Sie verkauften ihre Nachrichten an die Zeitungen. Da der Rhein-Sieg-Anzeiger und die Kölsche Rundschau bei DuMont erscheinen, erscheint auch der Artikel in beiden Zeitungen. Der Leser war schon gewohnt, dass die Nachrichten nicht von eigenen Korrespondenten, sondern z.B. von dpa kamen und für den Mantel aufbereitet und lediglich der lokale Anteil wird ergänzt wurde. Durch das Entstehen größerer Mediengruppen lag es auf der Hand, dass die aufbereiteten Daten in gleicher Formulierung in mehreren Zeitungen erschienen. So konnten die Zeitungsverlage in der Verganngeheit Kosten sparen. Gespart wurde aber auch an der Qualität. Jetzt ist es der Kostendruck in der Verteilung und die Digitalisierung, die die Zeitungen aus der Wirtschaftlichkeit herausbringen. Eine Lösung scheint nicht in Sicht.

Für viele Leser ist es nicht mehr relevant, zu wissen, was im Nachbarort geschehen ist oder veranstaltet wird. Oft interessiert nicht einmal die nähere Umgebung. Die gedruckte Zeitung ist zum Zeitpunkt des Erscheinens schon veraltet, meist fehlen Hintergrundberichte. Was der Leser sucht, findet er zeitnah im Internet.

Die Zeitungen haben m.E. ihren früheren Nutzen verloren und die Leser beim Anschluss an die digitale Vermarktung verloren. Da hilft es auch nicht mehr, wenn für einzelne Artikel kostenpflichtig weitergelesen werden kann. Ein anderes Bezahlsystem ist den Verlagen nicht eingefallen oder es hat sich nicht realisieren lassen. Für mich denkbar ist z.B. die Nutzung einer Zeitung als Flatrate: so viel Content lesen wie nur möglich gegen eine geringe Monatsgebühr oder ein Modell, bei dem nach Registrierung eine Abrechnung im Centbereich für bestimmte Textblöcke erfolgt. Andere Branchen machen es vor.

Galt früher noch der Satz "Es hat in der Zeitung gestanden", sozusagen als Gütezeichen für die Wertigkeit der Information, haben die Zeitungen längst diesen Anspruch verloren. Es gibt andere Möglichkeiten, sich zu informieren. Wozu also noch eine Zeitung abonnieren?

Auf meedia.de hat Georg Altrogge einen interessanten Beitrag geschrieben.

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