Mein heutiger Beitrag gilt einer einzigen Frau, meiner.

Als wir heirateten kannten wir uns gerade mal ein Jahr, aber wir hatten es im Gefühl, dass die Beziehung lange halten würde. Wir hatten viele Übereinstimmungen entdeckt und viele Möglichkeiten gesehen, uns zu ergänzen.

Meiner Frau verdankt die Familie und vor allem ich sehr viel. Für sie war es selbstverständlich, dass sie bei einer Auslandsverwendung mit ins nahe gelegene Belgien umzog. Obwohl die Ärzte Bedenken zur Schwangerschaft hatten, hatte sie trotz großer gesundheitlicher Probleme zwei Kinder mit Kaiserschnitt geboren und mit sehr viel Zeit und Herzblut großgezogen. Wenn das gut gelungen ist, so ist es das Verdienst meiner Frau; ich war durch meinen Dienst bei der Bundeswehr meist nur am Abend oder am Wochenende für die Kinder ansprechbar. Auch das war oft nicht möglich. Für uns war von Anfang an klar, dass meine Frau ihre Arbeitsstelle zugunsten der Kinder aufgeben und ihretwegen zu Hause bleiben würde.

Auch beim Hausbau in der Eifel hat sie tatkräftig mitgearbeitet. U.a. hat sie mit mir viele LKW-Ladungen Lavasteine verteilt und die Helfer fürsorglich auf der Baustelle mit Frühstück, Mittagessen und Teilchen zum Nachmittags-Kaffee versorgt. Auch die beschwerliche Aufgabe, wegen der großen Sommerhitze die gegossenen Betondecken zu benässen, hatte sie übernommen. Weil keine Wasserleitung vorhanden und ein Wassertank noch nicht verfügbar war, holte sie das Wasser gießkannenweise aus einem kleinen Bächlein, ca.100 Meter von der Baustelle entfernt.

Meine Frau ist ein Familienmensch, ein sehr lieber sogar. So hat sie in all den Jahren vieles zum Wohle der Familie geregelt und ihre Zeit für uns eingesetzt.

Nach dem Schulabschluss unserer Kinder zogen wir nach Köln. Meiner Frau kam das sehr gelegen, ist dies doch ihre Geburtsstadt, zu der sie eine besondere Heimatnähe verspürt. Die Kinder wurden erwachsen, zogen aus und heirateten. Das war für meine Frau sehr schwer und deshalb die Freude besonders groß, als die Enkel kamen und sie sich zumindest teilweise um sie kümmern durfte. Wegen der Enkel zogen wir nach Lohmar. Einerseits zum Selbstschutz, andererseits sind wir überzeugt, nur hier das Optimale für zwei unserer Enkel tun zu können. Schwer litt sie darunter, drei der insgesamt fünf Enkel über fast vier Jahre nicht sehen zu können und groß war die Freude, dass sich alles wieder zum Guten gewendet hat. Nun ist auch diese Mission in wenigen Jahren erledigt und wir ziehen wieder nach Köln, in die Wahlstadt meiner Frau. Geplant waren eigentlich nur 10 Jahre Aufenthalt in Lohmar, vermutlich werden es am Ende 20 werden.

Meine Frau war immer an meiner Seite, hat die Familie versorgt und war in all den Jahren selbstlos zur Stelle. In den 45 Ehejahren z.B. gab es nur wenige Tage, an denen sie nicht mit mir aufgestanden ist oder sogar schon früher aufstand, um das gemeinsame Frühstück vorzubereiten. Lediglich wenn sie im Krankenhaus war, mussten wir uns selbst versorgen. Auch nach schweren Operationen hat sie ihren Optimismus und ihre freundliche Art behalten. Ich kann sagen, mir hat sie immer den Rücken freigehalten. Sie ist einfach wunderbar und dafür bin ich sehr dankbar.

Insgesamt ziehen wir bis jetzt eine positive Bilanz. Meine Frau – ein wahrer Schatz. Jederzeit würde ich sie wieder heiraten. Und ich glaube, nein ich weiß es, meine Frau würde mich nochmals als Partner wählen. Wir sind ein gutes Team. Dafür danke ich meiner Frau sehr. Wünschen wir uns alles Gute für weitere – hoffentlich viele – Jahre.

Zeichnung: Heinrich Loy, Köln

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