Streichardt, Gerd

Die Geschichte von Wahlscheid

deren Rittersitze, Kirchen und die Pfarrer der vergangenen 500 Jahre

Die Geschichte von Wahlscheid
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  • 978-3-96136-015-4
Vorwort Wahlscheid war bis zum 31.7.1969 eine eigenständige Kommunalgemeinde. Hiernach wurde sie... mehr
Produktinformationen "Die Geschichte von Wahlscheid"

Vorwort
Wahlscheid war bis zum 31.7.1969 eine eigenständige Kommunalgemeinde. Hiernach wurde sie in die Stadt Lohmar eingegliedert. Wahlscheid, erstmals im Jahre 1121 urkundlich erwähnt, liegt im wunderschönen Aggertal am Beginn des landschaftlich reizvollen bergischen Landes. Die Städte Bonn und Köln sind nicht weit entfernt.
Wer hier geboren wurde, bleibt, und wer nach Wahlscheid zieht, geht nicht wieder fort. Gerade die alten, seit Jahrzehnten eingeprägten Familiennamen lassen erkennen, wie sehr die Wurzeln vieler Wahlscheider tief mit ihrer Geschichte verbunden sind. Eine gehobene Wohnqualität erfreut auch die Neubürger.
Ursprünglich bestand Wahlscheid aus einer Vielzahl kleinerer Weiler und Höfe und so ist es verständlich, dass die Bartholomäus-Kirche „weit draußen steht“, um den Fremden, der nach Wahlscheid kommt, von der Höhe aus zu begrüßen. Die Kirche hat ihren Ursprung bereits vor 1000 Jahren und bedingt durch die Vielzahl der Streuung der Weiler stand dort die Kirche lange im Mittelpunkt.
Oberhalb der Kirche liegt der Ort Münchhof, der in all den Jahren eine entscheidende Rolle im Verwaltungsbereich sowie im Kirchenalltag gespielt hat. Hier wurde vor Hunderten von Jahren das Schöffengericht abgehalten. Der vor dem Hotel „Zur Linde“ stehende Jahrhunderte alte Baum wird oft als Feme- oder Gerichtslinde bezeichnet, jedoch gibt es keinen Hinweis in Urkunden der Unterlagen über Wahlscheid. Femegerichte wurden auch nicht in unserer Gegend abgehalten, sondern in Westfalen.
Der etwa 10 000 Einwohner zählende Ort Wahlscheid liegt in Nordrhein-Westfalen, genauer: im Tal des Flüsschen an der Agger. Die Kirche grüßt von oben herab und heißt auch im Volksmund: St. Bartholomäus auf dem Berge.
Wahlscheid hat eine große Vergangenheit und viele Bürger wissen kaum, welche Geschichte sich hinter dem Ort und seinen benachbarten Weilern versteckt.
Bei den Recherchen zu diesem Buch konnte ich zurückgreifen auf die Unterlagen im ev. Kirchenarchiv in Wahlscheid sowie in Kirchenbüchern der Pfarrei Honrath und Neuhonrath, aber auch in den Landes- und Kirchenarchiven in Duisburg und Düsseldorf bin ich fündig geworden. Spannender aber waren die Begegnungen mit alten Wahlscheider Bürgern, die sich noch an vergangenes erinnern konnten und mir manche Episode mitgegeben haben.
So war mir wichtig, nicht nur die Geschichte der evangelischen Bartholomäus­kirche auf dem Berge aufzuarbeiten, sondern auch die hiermit eng verbundenen Kirchen in Honrath und Neuhonrath. Auch die katholische Kirche Bartholomäus im Tale wurde in die Wahlscheider Geschichte mit eingebunden. Diese Kirche feiert im Jahre 2017 ihr 51-jähriges Bestehen.
In diesem Buch finden Sie eine Vielzahl von Angaben über die Kirchen, deren Pfarrer, die Rechte der Kirchen sowie Urkunden und Bestimmungen. Aber gerade von dieser Seite aus wurde Wahlscheid und Honrath mit seinen angrenzenden Orten geprägt und über Jahrhunderte mit Ordnung und Recht geleitet. Aus Kirchenbüchern und deren Archiven kann man die Geschichte unserer Heimat erfahren.
Viele Urkunden, Vereinbarungen und Eintragungen in Kirchenbüchern, die im Originaltext übernommen wurden, werden Sie finden, bewusst unverändert – auch mit evtl. Rechtschreib-Fehlern des damaligen Schreibers, um die Originalität dieser Texte zu wahren.
Unsere Gesellschaft musste sich in den letzten vergangenen 500 Jahren verändern, um den heutigen Stand zwischen beiden Konfessionen zu erleben. Andersdenkende Menschen wurden früher wegen ihrer Einstellung gefoltert und erschlagen. Mönche und Nonnen traten aus den katholischen Klöstern aus und flüchteten, und wenn sie bei ihrer Flucht entdeckt wurden, war dies ihr Todesurteil.
So hat Wahlscheid in seiner Geschichte vieles durchlebt. Den Einfluss der Klöster und Rittergüter, die Veränderung des Glaubens durch die Reformierung, Raubzüge und Plünderungen, Krankheiten, wie die Pest und Hungersnöte, Überschwemmungen und Eisgang, etliche Kriege, den Einzug der Industrialisierung sowie der Erzbergabbau und auch der Anschluss an die große Welt durch den Bau der Eisenbahnlinie Siegburg–Overath – das ist heute Vergangenheit. Und doch soll die Vergangenheit festgehalten werden, um die Gegenwart und Zukunft zu verstehen.
Die zwischen Wahlscheid und Lohmar berechtigten, liebevolle Frotzeleien sind auch auf den Jahrzehnte langen Unterschied der Religionen zurückzuführen, die noch in den 1950er Jahren so weit gingen, dass Freundschaften und erste Kontakte zum anderen Geschlecht oder gar Liebschaften oder spätere Heiraten komplett unterbunden wurden. Die Achse Volberg, Honrath, Wahlscheid und Seelscheid nannte sich protestantisch; die „andere“ Seite von Porz über Altenrath, Lohmar, Seligenthal und Bödingen war streng katholisch.
Ebenfalls zurückzuführen auf langjährige „Spannungen“ zwischen den Orten ist die Tatsache, dass man dem stolzen und selbstständigen Wahlscheid am 1.8.1969 seine Eigenständigkeit genommen hat.
Aber niemals ist es zwischen beiden Orten zur Zwietracht oder gar zu Kontroversen gekommen.
Gehen Sie mit mir auf die spannende Reise von Wahlscheid und erleben Sie Ihre Heimat, wie sich aus der damaligen Streugemeinde ein homogener, lebendiger und liebenswerter Ort entwickelte. Bei der Vielzahl der Namen, die in diesem Buch vorkommen, gewinnt man den Eindruck, dass der Leser hiervon fast erschlagen wird. Aber gerade hinter diesen Namen verstecken sich hunderte von Menschen, die die Vergangenheit erlebt und die Geschichte von Wahlscheid geprägt haben.
Gerd Streichardt

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